LENS
Grauer Star und Linsenchirurgie
Vermessung, Operation und Nachsorge beim Grauen Star (Katarakt) — mit Standard- und Sonderlinsen.
Beim Grauen Star trübt sich die körpereigene Linse über die Jahre ein. Farben wirken blasser, das Sehen wird unschärfer, Gegenlicht blendet stärker. Bei der Operation wird die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt.
Vor der Operation vermessen wir das Auge sorgfältig, denn die Stärke der Kunstlinse muss vorab berechnet werden. Wir arbeiten dafür mit einem laseroptischen Verfahren (Zeiss IOL Master). Die Hornhauttopographie verbessert die Berechnung zusätzlich, weil die Hornhaut den am stärksten brechenden Teil des Auges bildet. Mit dem OCT schließen wir vorab Veränderungen an Netzhautmitte und Sehnerv aus, die das Ergebnis begrenzen könnten.
Neben der Standardlinse stehen Sonderlinsen zur Verfügung: torische Linsen gleichen eine Hornhautverkrümmung aus, Mehrstärkenlinsen (multifokal) verteilen die Schärfe auf mehrere Entfernungen. Welche Linse zu Ihnen passt, hängt vom Befund und von Ihrem Alltag ab — das besprechen wir in Ruhe, mitsamt dem, was die jeweilige Linse nicht leisten kann.
Am häufigsten wird die Phakoemulsifikation angewandt: Die Linse wird mit Ultraschall verflüssigt, über kleine Zugänge abgesaugt und durch eine faltbare Kunstlinse ersetzt. Der Eingriff findet in der Regel ambulant und in örtlicher Betäubung statt; ein Narkosearzt ist während der gesamten Operation anwesend. In besonderen Situationen können wir als Belegärzte am RoMed Klinikum Rosenheim auch stationär operieren.
Am Tag nach der Operation nehmen wir den Verband bei der ersten Kontrolle ab. Danach folgen entzündungshemmende Augentropfen nach Plan und weitere Kontrollen bei uns oder in Ihrer augenärztlichen Praxis. Etwa vier bis fünf Wochen nach dem Eingriff ist das Auge so weit, dass eine neue Brille angepasst werden kann.
Was Sie am Operationstag mitbringen und beachten sollten, steht ausführlich auf unserer Seite zur Operation. Sie ersetzt das Aufklärungsgespräch in der Praxis nicht.
Häufige Fragen
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Operation?
Es gibt keinen festen Termin. Entscheidend ist, wie stark die Trübung Sie im Alltag stört — beim Lesen, beim Autofahren, bei Gegenlicht. Wir besprechen den Befund und Sie entscheiden.
Werden beide Augen gleichzeitig operiert?
Nein, in der Regel nacheinander mit einem Abstand dazwischen. So bleibt ein Auge während der Heilung führend.
Was zahlt die Krankenkasse?
Die Operation und eine Standardlinse sind Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Sonderlinsen und einzelne Zusatzuntersuchungen gehen darüber hinaus; die Kosten legen wir Ihnen vorher schriftlich vor.
Brauche ich danach noch eine Brille?
Meistens ja, zumindest für einen Teil der Entfernungen. Welche Brille es sein wird, hängt von der gewählten Linse ab. Angepasst wird sie etwa vier bis fünf Wochen nach dem Eingriff.
Kann der Graue Star wiederkommen?
Die Kunstlinse selbst trübt nicht ein. Bei einem Teil der Operierten trübt sich später die verbliebene hintere Linsenkapsel — der sogenannte Nachstar. Er lässt sich ambulant mit dem YAG-Laser behandeln.
Selbstzahlerleistungen und Kostenübernahme
Welche Untersuchungen die Krankenversicherung übernimmt und wo eine Selbstzahlerleistung infrage kommt.
Vor Ihrer Operation
Was Sie mitbringen und beachten sollten, haben wir zusammengestellt. Das Aufklärungsgespräch in der Praxis ersetzt es nicht.
